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"Gothic-Dasein ist verloren geglaubte Liebe in einer berauschenden Welt von Gefühlen und Leidenschaften, ist unbändige Sehnsucht nach Gemeinschaft.
Gothic-Dasein ist unstillbares Begehren nach Heil und Erlösung.
Gothic-Dasein erfüllt das als sinnleer empfundene Leben mit neuen Alltagsphantasien.
Gothic-Dasein bedeutet, den bittersüßen Rausch verletzter Gefühle, schmerz- und lustvoll zugleich, auszukosten.
Gothic-Dasein ist der leidgeprüfte Weg eigenen Martyriums, um sich von seelischen Wunden zu befreien.

Gothic ist nicht rein musikorientierte und musikkonsumierende Jugendkultur. Gothic ist ein Stück Lebensart, Lebensgefühl und Lebenssinn für verloren geglaubte Seelen. Gothics sind gefühlsbetonte Menschenkinder, sie sind die Romantiker in einer bunten Vielfalt emotionsgeladener und rhythmusbetonter Musikkulturen. Geordneter Rückzug ist ihre Antwort auf eine als intolerant, konsumorientiert und egoistisch empfundene Gesellschaft. Melancholie ist die Gefühlsdroge, die zur Flucht aus dem nackten Lebensalltag benötigt wird. Die Flucht vor Zukunfts- und Alltagsängsten, der erdrückenden Erfahrung, ungeliebt und unverstanden zu sein. Überwältigend ist das große Bedürfnis nach Geborgenheit, Akzeptanz, Toleranz und Verstandensein. Fast übermächtig ist allerdings auch die seelische Finsternis, die eine nahezu unstillbare Sehnsucht auslöst, dem Tod möglichst nahe zu sein.

[...]

Musik schafft somit Gemeinschaft in einer Lebensphase, die als Ohnmacht der eigenen Gefühle empfunden wird. Angst, Resignation und Frustration stauen sich auf, werden verdrängt, und doch wird man immer wieder von ihnen eingeholt. In der Gemeinschaft Gleichgesinnter ist geteiltes Leid nur noch halbes Leid. Die Basis gegenseitigen Verstehens und Akzeptierens erleichtert das eigene irdische Dasein, es signalisiert, dass auch die anderen Leidtragende einer Welt sind, die angesichts ihrer Spießigkeit, Gleichgültigkeit, ihres Egoismus, und ihres Konsumzwangs dahinvegetiert, ohne nach dem wirklichen Sinn des Daseins zu fragen. Das alles lässt sich letztendlich viel leichter ertragen, indem man dieser Welt entflieht, hinein in seine eigene gothische Schicksalsgemeinschaft, in der man sich noch am besten aufgehoben fühlt."
 

[Ingo Weidenkaff, "Die Szene der Schwarzen"]



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